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XGlossar
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Glossar
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A priori ist Erkenntnis unabhängig von aller Erfahrung (z. B. Mathematik); a posteriori ist Erkenntnis aus der Erfahrung.
Anschauung
Die unmittelbare, sinnliche Vorstellung eines einzelnen Gegenstands — für Kant die unverzichtbare Materialquelle aller Erkenntnis.
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Antinomie
Ein Widerstreit der Vernunft mit sich selbst: These und Gegenthese lassen sich — so Kants Aufweis — gleichermaßen beweisen: für ihn das Alarmsignal einer grenzüberschreitenden Metaphysik.
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Aufklärung
„Der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ — so Kants berühmte Definition von 1784.
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Autonomie
Selbstgesetzgebung des Willens: Frei ist, wer sich das moralische Gesetz selbst gibt — statt von Neigungen oder Autoritäten bestimmt zu werden.
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Das Erhabene
Erhaben ist, „was schlechthin groß ist“: das Übergroße und Übermächtige der Natur, an dem der Mensch zugleich seine Ohnmacht und seine Vernunftbestimmung erfährt.
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Das Schöne
Schön ist nach der „Kritik der Urteilskraft“, was ohne Interesse und ohne Begriff allgemein gefällt.
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Ding an sich
Die Wirklichkeit, wie sie unabhängig von unserer Erkenntnis ist — für Kant grundsätzlich unerkennbar; wir erkennen nur Erscheinungen.
Empirismus
Die Position, dass alles Wissen letztlich aus der Sinneserfahrung stammt — vertreten etwa von Locke, Berkeley und Hume.
Erscheinung
Der Gegenstand, wie er uns durch Raum, Zeit und Kategorien gegeben ist — das Einzige, was wir erkennen können.
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Genie
Das angeborene Talent, durch das „die Natur der Kunst die Regel gibt“ — für Kant der Ursprung aller schönen Kunst.
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Geschmacksurteil
Das ästhetische Urteil „Das ist schön“: Sein Bestimmungsgrund ist subjektiv — ein Gefühl —, und doch erhebt es Anspruch auf jedermanns Zustimmung.
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Guter Wille
Das Einzige, was „ohne Einschränkung für gut“ gehalten werden kann — so beginnt der erste Abschnitt von Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“.
Heteronomie
Fremdbestimmung des Willens — das Gegenteil der Autonomie: Der Wille lässt sich von Neigungen, Nutzen oder äußeren Autoritäten leiten.
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Höchstes Gut
Die Verbindung von Tugend und Glückseligkeit: Glück im genauen Verhältnis zur Glückswürdigkeit — für Kant das Ziel der reinen praktischen Vernunft.
Hypothetischer Imperativ
Ein Gebot unter Bedingung: „Wenn du X erreichen willst, tu Y.“ Es gilt nur, solange man den Zweck will — anders als der kategorische Imperativ.
Kategorien
Die zwölf reinen Verstandesbegriffe (z. B. Ursache, Substanz, Einheit), mit denen der Verstand alle Erfahrung strukturiert — vor aller Erfahrung.
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Kategorischer Imperativ
Das oberste Prinzip der kantischen Ethik: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“
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Kopernikanische Wende
Kants Umkehrung der Blickrichtung: Nicht unsere Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen — die Gegenstände der Erfahrung richten sich nach unserer Erkenntnis.
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Kritik (bei Kant)
Bei Kant heißt Kritik nicht Tadel, sondern Prüfung: die Untersuchung, was ein Vermögen leisten kann und wo seine Grenzen liegen.
Maxime
Der subjektive Grundsatz des Handelns — die persönliche Regel, nach der jemand tatsächlich handelt.
Metaphysik
Die philosophische Grunddisziplin nach den letzten Fragen — Gott, Freiheit, Seele, Welt im Ganzen. Kant prüft, ob sie je Wissenschaft werden kann.
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Mündigkeit
Die Fähigkeit, sich des eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen — das Ziel der Aufklärung.
Noumenon
Ein bloßes Gedankending: der Begriff eines Gegenstands, der nicht sinnlich, sondern nur gedacht wäre — bei Kant ein Grenzbegriff der Erkenntnis.
Pflicht
„Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung fürs Gesetz“ — der Grundbegriff der kantischen Ethik.
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Postulate der praktischen Vernunft
Freiheit, Unsterblichkeit der Seele und Gott: Annahmen, die die praktische Vernunft fordert, obwohl theoretisches Wissen über sie unmöglich ist.
Rationalismus
Die Position, dass sicheres Wissen vorrangig dem reinen Denken entstammt — klassisch bei Descartes, Spinoza und Leibniz.
Raum und Zeit
Für Kant keine Dinge und keine Eigenschaften der Dinge an sich, sondern die reinen Formen unserer sinnlichen Anschauung: Alles, was uns erscheint, erscheint in Raum und Zeit.
Regulative Idee
Vernunftideen wie Seele, Welt und Gott liefern keine Erkenntnis von Gegenständen — aber sie leiten als Richtschnur unser Forschen und Handeln.
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Reich der Zwecke
Kants Gedankenbild einer Gemeinschaft vernünftiger Wesen, die durch gemeinschaftliche Gesetze systematisch verbunden sind — jeder zugleich Gesetzgeber und Untertan.
Sinnlichkeit
Das rezeptive Erkenntnisvermögen: die Fähigkeit, von Gegenständen affiziert zu werden und Anschauungen zu empfangen — geformt durch Raum und Zeit.
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Sittengesetz
Das Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft: Es gebietet, nur nach Maximen zu handeln, die als allgemeine Gesetzgebung taugen.
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Synthetisch / analytisch
Analytische Urteile erläutern nur, was im Begriff schon steckt; synthetische erweitern das Wissen. Kants Leitfrage: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?
Transzendental
Kants Methode: die Untersuchung der Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis — nicht zu verwechseln mit „transzendent“ (jenseitig).
Urteil
Die Grundoperation des Denkens: die Verbindung von Vorstellungen, in der einem Subjekt ein Prädikat zu- oder abgesprochen wird.
Vernunft
Das oberste Erkenntnisvermögen: Es zieht Schlüsse, bildet Ideen vom Unbedingten (Seele, Welt, Gott) und gibt als praktische Vernunft dem Willen das Gesetz.
Verstand
Das Vermögen der Begriffe und Regeln: Der Verstand verbindet das sinnlich Gegebene aktiv zu Urteilen und damit zu Erkenntnis.
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Weltbürgerrecht
Der dritte Definitivartikel aus „Zum ewigen Frieden“: „Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein.“
Würde
Der absolute Wert der Person: Was einen Preis hat, kann ersetzt werden — was Würde hat, lässt kein Äquivalent zu.
Zweck an sich
Personen existieren als Zwecke an sich selbst: Sie haben absoluten Wert und dürfen nie bloß als Mittel gebraucht werden.
Das Begriffsnetz
Wie Kants Begriffe zusammenhängen: Eine Linie verbindet zwei Begriffe, wenn der eine in der Erklärung des anderen vorkommt. Je größer der Punkt, desto mehr Verbindungen. Zeige auf einen Begriff, um seine Nachbarn hervorzuheben — ein Klick öffnet die Erklärung.
40 Begriffe · 97 Verbindungen