Antinomie
Ein Widerstreit der Vernunft mit sich selbst: These und Gegenthese lassen sich — so Kants Aufweis — gleichermaßen beweisen: für ihn das Alarmsignal einer grenzüberschreitenden Metaphysik.
In der „Kritik der reinen Vernunft“ führt Kant vier Antinomien vor: Hat die Welt einen Anfang in der Zeit und Grenzen im Raum? Besteht die Materie aus einfachen Teilen? Gibt es Freiheit neben der Naturkausalität? Existiert ein notwendiges Wesen? Für These und Antithese führt Kant jeweils gleichwertige Beweise vor.
Die Auflösung liefert der transzendentale Idealismus: Die Widersprüche entstehen, weil die Vernunft die Welt als Ganzes wie ein Ding an sich behandelt — tatsächlich ist sie eine bloße Vernunftidee, kein möglicher Gegenstand der Erfahrung. Dabei fällt die Lösung ungleich aus: Bei den beiden mathematischen Antinomien (der ersten und zweiten) sind beide Behauptungen falsch; bei den beiden dynamischen (der dritten und vierten) können beide wahr sein, in verschiedener Hinsicht — etwa Naturnotwendigkeit in der Erscheinungswelt, Freiheit im Intelligiblen.
Selbst ausprobieren
Hier kommt der Begriff vor
- Erkenntnis — Erscheinung, Ding an sich — die Grenzen der Metaphysik
- Kritik der praktischen Vernunft — Aufbau & Kernthesen
- Kritik der reinen Vernunft — Aufbau & Kernthesen
- Kritik der Urteilskraft — Aufbau & Kernthesen
Quelle: Wikipedia: Antinomie