Immanuel KantLeben · Werk · Wirkung

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Kopernikanische Wende

Titelblatt der Kritik der reinen Vernunft (1781)
Bild: © Foto H.-P.Haack · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Kants Umkehrung der Blickrichtung: Nicht unsere Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen — die Gegenstände der Erfahrung richten sich nach unserer Erkenntnis.

Der Ausdruck „kopernikanische Wende“ stammt nicht von Kant. In der Vorrede zur zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“ (1787) spricht er von einer „Umänderung der Denkart“: Mathematik und Naturwissenschaft verdanken ihren sicheren Gang je einer „Revolution der Denkart“, nach ihrem Beispiel will er mit der Metaphysik „eine gänzliche Revolution“ vornehmen. Den Versuch vergleicht er mit den „ersten Gedanken des Copernicus“: Wie dieser die Himmelsbewegungen aus der Bewegung des Zuschauers erklärte, erklärt Kant die Ordnung der Erfahrung aus den Formen des erkennenden Subjekts — Raum, Zeit und Kategorien.

Bisher hatte die Metaphysik angenommen, alle Erkenntnis müsse sich nach den Gegenständen richten — und war damit gescheitert. Kants Gegenversuch macht verständlich, warum es notwendige Erkenntnis a priori geben kann: Wir erkennen an den Dingen a priori nur das, was wir selbst in sie legen.

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Quelle: Wikipedia: Kopernikanische Wende