Noumenon
Ein bloßes Gedankending: der Begriff eines Gegenstands, der nicht sinnlich, sondern nur gedacht wäre — bei Kant ein Grenzbegriff der Erkenntnis.
Noumenon (griechisch „das Gedachte“) ist der Gegenbegriff zum Phaenomenon, der Erscheinung: ein Gegenstand, der bloß durch den Verstand gedacht wird. In der „Kritik der reinen Vernunft“ lässt Kant den Begriff nur im negativen Sinn zu — als Ding, „so fern es nicht Object unserer sinnlichen Anschauung ist“. Im positiven Sinn wäre es Gegenstand einer intellektuellen Anschauung, die uns fehlt; erkennen können wir Noumena nicht. Vom Ding an sich, dem, was erscheint, unabhängig von unserer Anschauung betrachtet, trennt Kant den Begriff nicht scharf: Er gebraucht beide oft nahezu gleichbedeutend, ihr genaues Verhältnis ist in der Forschung umstritten.
Gerade so leistet der Begriff etwas: Als Grenzbegriff schränkt er die Anmaßung der Sinnlichkeit ein, alles Wirkliche erschöpfe sich im Erfahrbaren. In der praktischen Philosophie kehrt er wieder — der Mensch als „homo noumenon“, als freies Vernunftwesen, das mehr ist als seine empirische Natur.
Selbst ausprobieren
Hier kommt der Begriff vor
- Erkenntnis — Erscheinung, Ding an sich — die Grenzen der Metaphysik
Quelle: Wikipedia: Noumenon