Kategorischer Imperativ
Das oberste Prinzip der kantischen Ethik: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Der kategorische Imperativ gebietet unbedingt — im Unterschied zum hypothetischen Imperativ, der nur sagt: „Wenn du X erreichen willst, tu Y.“ Kant formuliert ihn in mehreren gleichwertigen Fassungen, darunter die Universalisierungsformel und die Menschheitsformel („Handle so, dass du die Menschheit … jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst“).
Die Prüfung einer Maxime verläuft zweistufig: Lässt sie sich ohne Widerspruch als allgemeines Gesetz denken? Scheitert sie schon daran — wie das falsche Versprechen —, verletzt die Handlung eine strenge, vollkommene Pflicht. Lässt sie sich zwar denken, aber nicht widerspruchsfrei wollen — wie die Maxime, anderen in der Not nie beizustehen —, verletzt sie eine weitere, unvollkommene Pflicht.
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