Postulate der praktischen Vernunft
Freiheit, Unsterblichkeit der Seele und Gott: Annahmen, die die praktische Vernunft fordert, obwohl theoretisches Wissen über sie unmöglich ist.
Die theoretische Vernunft kann Freiheit, Unsterblichkeit und Gott weder beweisen noch widerlegen. Die praktische Vernunft aber muss sie annehmen: Unsterblichkeit und Gott, damit das höchste Gut — die Verbindung von Tugend und Glückseligkeit — kein leeres Versprechen bleibt. Eine Sonderstellung hat die Freiheit: Sie ist Bedingung des moralischen Gesetzes selbst, und ihre Wirklichkeit zeigt sich, denn „diese Idee offenbart sich durchs moralische Gesetz“. Gott und Unsterblichkeit erhalten erst über den Begriff der Freiheit objektive Realität — in praktischer Absicht.
Postulate sind darum kein Wissen, sondern begründete Vernunftannahmen: Gegenstände eines vernünftigen Hoffens. So löst Kant ein, was er in der Vorrede zur „Kritik der reinen Vernunft“ angekündigt hatte: „Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.“
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Hier kommt der Begriff vor
- Ethik — Die Kritik der praktischen Vernunft
- Kritik der praktischen Vernunft — Aufbau & Kernthesen
- FAQ
- Hoffen
- Hoffnung — Freiheit, Unsterblichkeit, Gott: die drei Postulate