Immanuel KantLeben · Werk · Wirkung
IIErkenntnis

Was kann ich wissen?

Kants erste Grundfrage — und die Frage, an der sich die Philosophie seiner Zeit spaltete. Die Antwort gibt die „Kritik der reinen Vernunft“, das Buch, das die Philosophiegeschichte in ein Davor und ein Danach teilt.

Woher stammt unser Wissen — und wie weit reicht es? Über dieser Grundfrage der Erkenntnistheorie standen sich im 18. Jahrhundert zwei Lager unversöhnlich gegenüber. Die Rationalisten in der Tradition von Descartes und Leibniz vertrauten der Vernunft: Sicheres Wissen entsteht durch logisches Schließen aus klaren Begriffen, nach dem Vorbild der Mathematik. Die Empiristen um Locke, Berkeley und Hume hielten dagegen: Alles Wissen stammt aus der Erfahrung — was nicht durch die Sinne kommt, ist leere Spekulation.

Den entscheidenden Stoß versetzte David Hume dem Vertrauen in beide Lager. Er zeigte: Dass auf eine Ursache notwendig eine Wirkung folgt, lässt sich aus keiner noch so langen Erfahrung beweisen — wir beobachten nur, dass Ereignisse aufeinander folgen, nie die Notwendigkeit selbst. Kant traf dieser Einwand ins Mark. Die Erinnerung an Hume, schrieb er später in den „Prolegomena“ (1783, AA IV 260), habe ihm „zuerst den dogmatischen Schlummer“ unterbrochen und seinen Untersuchungen „eine ganz andre Richtung“ gegeben. Mehr als ein Jahrzehnt arbeitete er an seiner Antwort; 1781 erschien die „Kritik der reinen Vernunft“ bei Johann Friedrich Hartknoch, 1787 folgte die stark überarbeitete zweite Auflage.

Quellen: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft · Wikipedia: Erkenntnistheorie · Kant, Prolegomena (1783), AA IV 260

Die kopernikanische Wende

In der Vorrede zur zweiten Auflage vergleicht Kant seinen Ansatz mit dem Umsturz des Kopernikus: Der ließ nicht länger das „Sternheer“ um den Zuschauer kreisen, sondern den Zuschauer selbst sich drehen.

Gerät

Kopernikanisches Planetarium

Eine Vermutung vorweg: Woher könntest du schon heute sicher wissen, dass auch morgen alles, was geschieht, eine Ursache hat?

Leg den Hebel um und sieh dir beide Annahmen an.

Die Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen.

Wie vor Kopernikus: Das ganze Sternheer dreht sich um den Zuschauer, der still steht.

Aufs Erkennen übertragen: Wir empfangen nur, was die Dinge uns zeigen. Dann bleibt rätselhaft, wie wir irgendetwas über sie wissen könnten, bevor wir sie erfahren.

Dein Urteil

Hier steht deine Antwort, sobald du gewählt hast.

Kant

„Man versuche es daher einmal, ob wir nicht in den Aufgaben der Metaphysik damit besser fortkommen, dass wir annehmen, die Gegenstände müssen sich nach unserem Erkenntnis richten“

Kritik der reinen Vernunft, Vorrede B XVI (AA III 12)

Kant spricht ausdrücklich von einem Versuch: Er prüft die Umkehrung wie eine Hypothese, so wie Kopernikus es mit dem Himmel tat.

Gegenstimme: Russell

Bertrand Russell hielt den Vergleich für schief: Kopernikus habe den Menschen aus der Mitte der Welt gerückt, Kant setze ihn wieder hinein. Er sprach von einer „ptolemäischen Konterrevolution“ (im Original „Ptolemaic counter-revolution“).

Bertrand Russell, Human Knowledge (1948), Einleitung; eigene Übersetzung

Und das Ding an sich? Wenn sich alles, was uns erscheint, nach unseren Formen richtet, bleibt eine Frage: Was sind die Dinge unabhängig davon, an sich selbst?

Was folgt nach Kant für die Dinge, wie sie an sich selbst sind?

Kants Antwort: Wir können sie denken, aber nicht erkennen. Kant hält fest, „dass wir eben dieselben Gegenstände auch als Dinge an sich selbst, wenn gleich nicht erkennen, doch wenigstens müssen denken können“ (B XXVI, AA III 17).

Für Neugierige

Schon Kants Zeitgenosse Friedrich Heinrich Jacobi fand hier einen Haken, sinngemäß: Ohne das Ding an sich komme man in Kants System nicht hinein, mit ihm könne man nicht darin bleiben. Denn wie soll etwas, das wir nicht erkennen, unsere Sinne anregen, wenn „Ursache“ doch nur für Erscheinungen gilt?

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 12 · AA III 17 · Wikipedia: Kopernikanische Wende · Russell, Human Knowledge (1948), Einleitung (archive.org, englisch) · Wikipedia: Ding an sich

Titelblatt der Erstausgabe der Kritik der reinen Vernunft von 1781
Titelblatt der Erstausgabe von 1781, erschienen bei Johann Friedrich Hartknoch in Riga.Bild: © Foto H.-P.Haack · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
  1. 1
    Das bisherige Modell: Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen

    Der Geist galt als passiver Spiegel einer fertigen Welt. Doch unter dieser Annahme, so Kants Diagnose, sind alle Versuche gescheitert, a priori — vor aller Erfahrung — etwas Sicheres über die Dinge auszumachen. Die Metaphysik trat seit Jahrhunderten auf der Stelle.

  2. 2
    Kants Umkehrung: Die Gegenstände richten sich nach unserer Erkenntnis

    Kant dreht das Verhältnis um — versuchsweise, wie Kopernikus. Der Geist ist kein Spiegel, sondern ein Architekt: Raum, Zeit und die Kategorien des Verstandes sind Formen, die wir an alles herantragen, was uns begegnet. Erfahrung ist immer schon durch diese Formen geprägt.

  3. 3
    Die Konsequenz: sicheres Wissen — aber nur über Erscheinungen

    Die Bedingungen unserer Erkenntnis sind zugleich die Bedingungen der Gegenstände der Erkenntnis. Darum kann es strenges Wissen a priori geben, etwa in Mathematik und Physik — aber es gilt nur für die Welt, wie sie uns erscheint, nie für die Dinge, wie sie an sich selbst sind.

DenkzettelVersuch mit umgekehrter Richtung

… dass wir annehmen, die Gegenstände müssen sich nach unserem Erkenntnis richten …

Fundstelle: Kritik der reinen Vernunft, Vorrede zur 2. Auflage (B XVI), AA III 12 · Im Original nachlesen

Kant formuliert es als Versuch, nicht als Behauptung, und vergleicht ihn auf derselben Seite mit Kopernikus, der den Zuschauer sich drehen ließ statt des Sternenhimmels.

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Quelle: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft (Vorrede B, kopernikanische Wende)

Vier Arten zu urteilen

Bevor Kant seine Leitfrage stellen kann, sortiert er das Wissen selbst — mit zwei Unterscheidungen, die sich kreuzen.

Analytisch
Das Prädikat steckt schon im Begriff des Subjekts — das Urteil zergliedert nur, was man ohnehin dachte. Kants Beispiel: „Alle Körper sind ausgedehnt.“ Solche Erläuterungsurteile sind immer wahr, bringen aber kein neues Wissen.
Synthetisch
Das Prädikat fügt dem Begriff etwas hinzu, das nicht in ihm lag — das Urteil erweitert die Erkenntnis. „Alle Körper sind schwer“ (ebenfalls Kants Beispiel, KrV B 11) verbindet zwei Vorstellungen, die begrifflich nicht ineinanderstecken.
A priori
Gültig unabhängig von aller Erfahrung — erkennbar an Notwendigkeit und strenger Allgemeinheit: Es kann keine Ausnahme geben.
A posteriori
Aus der Erfahrung geschöpft — nützlich, aber nie notwendig: Die nächste Beobachtung könnte anders ausfallen.

Spannend wird die Kreuzung der beiden Paare. Analytische Urteile a priori sind trivial, synthetische a posteriori alltäglich. Aber gibt es synthetische Urteile a priori — Sätze, die unser Wissen erweitern und notwendig gelten? Kant sagt: Ja, und zwar mitten in der Mathematik. In „7 + 5 = 12“ steckt die Zwölf weder im Begriff der Sieben noch der Fünf noch der Summe — und doch gilt der Satz ausnahmslos.

DenkzettelSieben plus fünf

Der arithmetische Satz ist also jederzeit synthetisch …

Fundstelle: Kritik der reinen Vernunft (B 16), AA III 37 · Im Original nachlesen

Im Begriff „Summe von 7 und 5“ steckt die Zwölf noch nicht, sagt Kant: Man muss sie erst bilden, etwa mit den Fingern. Darum hält er Rechnen für synthetisch und trotzdem a priori.

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Quelle: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft (Urteilsarten, B 14)

Probier es aus: das Urteils-Labor

Analytisch oder synthetisch? A priori oder a posteriori? Kants Unterscheidungen versteht man am besten, indem man selbst sortiert.

Prüf jedes Beispielurteil zuerst mit zwei Lupen und ordne es dann der Kategorie zu, in die es nach Kant gehört. Nach jeder Antwort bekommst du die Auflösung mit Begründung. Am Ende wartet Kants berühmtestes Beispiel.

Gerät

Urteils-Labor

Satz 1 von 6

„Alle Körper sind ausgedehnt.“

Prüf den Satz mit beiden Lupen. Das Feld, auf das sie zeigen, leuchtet auf. Du kannst auch direkt ein Feld antippen.

Lupe 1: Steckt das Prädikat schon im Subjekt?
Lupe 2: Kann man ohne Erfahrung erkennen, dass der Satz wahr ist?
a prioria posteriori analytisch synthetisch

Bosskampf: 7 + 5 = 12

Kants berühmtestes Beispiel. Selbst er räumt ein:

„Man sollte anfänglich zwar denken: dass der Satz 7 + 5 = 12 ein bloß analytischer Satz sei“

KrV B 15 (AA III 37)
Widerstand des Satzes
Runde 1: Steckt die Zwölf schon im Begriff „Summe von 7 und 5“?

Nimm zu den sieben Punkten die fünf Finger einzeln dazu.

7 + 0 = 7

Runde 2: Kannst du ohne jede Erfahrung erkennen, dass 7 + 5 = 12 wahr ist? Musst du dafür etwas messen?

Runde 3: Wohin gehört der Satz also?

a prioria posteriori analytisch synthetisch

Besiegt.

„Der arithmetische Satz ist also jederzeit synthetisch“

KrV B 16 (AA III 37)
Für Neugierige: Ist 7 + 5 = 12 wirklich synthetisch?

Gottlob Frege wollte in den „Grundlagen der Arithmetik“ (1884) zeigen, dass sich die Arithmetik auf Logik zurückführen lässt; dann wären Kants Rechensätze analytisch und nicht synthetisch (Logizismus). Freges System geriet 1902 durch die Russellsche Antinomie in Schwierigkeiten. Ob Arithmetik synthetisch a priori ist, wird bis heute gestritten.

Quellen: Wikipedia: Gottlob Frege · Wikipedia: Logizismus

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  • „Alle Körper sind ausgedehnt.“ – analytisch a priori. Kants eigenes Beispiel: Das Prädikat „ausgedehnt“ steckt schon im Begriff des Körpers — das Urteil zergliedert nur den Begriff (analytisch) und braucht keine Erfahrung (a priori). (KrV, Einleitung)
  • „7 + 5 = 12“ – synthetisch a priori. Kants berühmtestes Beispiel: „12“ liegt nicht im Begriff von „7 + 5“ — das Urteil erweitert unser Wissen (synthetisch), gilt aber notwendig und unabhängig von Erfahrung (a priori). (KrV, Einleitung)
  • „Alle Körper sind schwer.“ – synthetisch a posteriori. Ebenfalls von Kant: „Schwere“ liegt nicht im Begriff des Körpers (synthetisch), und wir wissen es nur aus Erfahrung (a posteriori). (KrV, Einleitung)
  • „Die gerade Linie ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten.“ – synthetisch a priori. Kants Geometrie-Beispiel: „kürzeste“ ist ein Größenbegriff, der im Begriff der Geraden nicht enthalten ist — synthetisch, aber notwendig wahr: a priori. (KrV, Einleitung)
  • „Alle Junggesellen sind unverheiratet.“ – analytisch a priori. Klassisches Schulbeispiel für ein analytisches Urteil a priori: „unverheiratet“ steckt in der Definition von „Junggeselle“. (vgl. KrV)
  • „Diese Rose ist rot.“ – synthetisch a posteriori. Ein Wahrnehmungsurteil: Es erweitert den Begriff (synthetisch) und stützt sich allein auf Erfahrung (a posteriori). (vgl. KrV)
  • „Alles, was geschieht, hat eine Ursache.“ – synthetisch a priori. Für Kant der Musterfall der Metaphysik: synthetisch (die Ursache steckt nicht im Begriff des Geschehens), aber a priori — ein Grundsatz, der alle Erfahrung erst möglich macht. Ein analytisches Urteil a posteriori gibt es übrigens nach Kant gar nicht. (KrV, Einleitung)
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Quelle: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft (Einteilung der Urteile)

Raum, Zeit — und die zwölf Kategorien

Erkenntnis hat für Kant zwei Stämme: die Sinnlichkeit, die Anschauungen empfängt, und den Verstand, der Begriffe beisteuert.

Gerät

Raum wegdenken

Ein Versuch in deinem Kopf. Die Zeichnung macht mit, solange sie kann.

  1. Der Apfel ist farblos. Das ging leicht.
  2. Der Apfel ist weg. Auch das ging.
  3. Kein Ding ist mehr da. Übrig bleibt ein leerer Raum.

Hier hört die Zeichnung auf: Ein Bild kann nur zeigen, was irgendwo ist. Schließ kurz die Augen und denk dir jetzt auch den leeren Raum selbst weg.

Gelingt es dir?

Dein Urteil

Hier steht deine Antwort, sobald du gewählt hast.

Kant

„Man kann sich niemals eine Vorstellung davon machen, dass kein Raum sei, ob man sich gleich ganz wohl denken kann, dass keine Gegenstände darin angetroffen werden.“

Kritik der reinen Vernunft, A 24/B 38 f. (AA III 52)

Kant schließt daraus: Der Raum ist nichts, was wir an den Dingen vorfinden. Er ist die Form, in der wir alles Äußere überhaupt erst anschauen.

Gegenstimme: Leibniz

Gottfried Wilhelm Leibniz sah es umgekehrt: Der Raum ist die Ordnung der Dinge, die zugleich existieren. Denkt man alle Dinge weg, bleibt auch keine Ordnung übrig und damit kein Raum.

Wikipedia: Gottfried Wilhelm Leibniz (Zeit und Raum)

Und was schließt Kant aus dem Versuch?

Kants Antwort: Der Raum ist eine Form unserer Anschauung: Er liegt jeder Vorstellung von etwas außer uns schon zugrunde. Der Raum ist für Kant „eine notwendige Vorstellung a priori, die allen äußeren Anschauungen zum Grunde liegt“ (AA III 52).

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 52 · Wikipedia: Transzendentale Ästhetik · Wikipedia: Gottfried Wilhelm Leibniz

Den ersten Stamm untersucht die transzendentale Ästhetik. Ihr Ergebnis: Raum und Zeit sind weder Eigenschaften der Dinge selbst noch Begriffe, die wir aus Erfahrung abziehen. Sie sind reine Formen der Anschauung a priori — die Brille, die wir nie absetzen können. Wir können uns alles aus dem Raum wegdenken, nur den Raum selbst nicht; es gibt immer nur den einen Raum und die eine Zeit, ihre Teile sind nur Einschränkungen dieses einen Ganzen. Genau deshalb ist Geometrie möglich: Sie buchstabiert mit Notwendigkeit aus, was in der reinen Raumanschauung liegt — und schon „7 + 5 = 12“ stützt sich auf das Nacheinander der Zeit.

Der zweite Stamm ist der Verstand. Während die Sinnlichkeit Eindrücke nur empfängt, verbindet der Verstand sie spontan — Begriffe gründen sich, so Kant, auf die Spontaneität des Denkens wie Anschauungen auf die Rezeptivität der Eindrücke. Dieses Ordnen folgt zwölf Stammbegriffen, den Kategorien, die Kant in vier Gruppen zu je drei aufstellt:

Quantität
Einheit, Vielheit, Allheit — wir erfassen jeden Gegenstand als einen, viele oder alle.
Qualität
Realität, Negation, Limitation — etwas ist, ist nicht oder ist begrenzt.
Relation
Substanz und Akzidens, Ursache und Wirkung, Wechselwirkung — hier sitzt die Antwort an Hume: Kausalität ist eine Form des Verstandes.
Modalität
Möglichkeit, Dasein, Notwendigkeit — samt ihren Gegenstücken Unmöglichkeit, Nichtsein, Zufälligkeit.

Damit sieht Kant Humes Problem gelöst — auf überraschende Weise. Kausalität ist keine Eigenschaft, die wir der Welt ablauschen müssten, sondern eine Bedingung, ohne die wir überhaupt keine geordnete Erfahrung hätten. Sie gilt notwendig für alles Erfahrbare — weil sie zur Ausstattung des Erfahrenden gehört.

Quelle: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft (transzendentale Ästhetik und Analytik, Kategorientafel B 106)

Die Erkenntnis-Maschine: leer und blind

Was geschieht, wenn eines der beiden Vermögen fehlt? Kant hat darauf eine berühmte Antwort.

Für Kant braucht jede Erkenntnis beides: Die Sinnlichkeit liefert Anschauungen, der Verstand denkt sie unter Begriffen. Fehlt eines davon, entsteht kein Gegenstand. Begriffe ohne etwas, worauf sie sich beziehen, bleiben leer; Anschauungen ohne Begriffe ergeben nichts, das man als dieses oder jenes Ding erkennen könnte. Kant fasst das in den Satz, Gedanken ohne Inhalt seien leer und Anschauungen ohne Begriffe blind.

Ein junger Dichter, der gerade „mit der neueren sogenannten Kantischen Philosophie bekannt“ geworden war, verstand das 1801 auf seine eigene Weise. Heinrich von Kleist schrieb seiner Verlobten Wilhelmine von Zenge, mit dem Verstand sei es, als hätten wir grüne Gläser statt der Augen: Alles erschiene grün. Er folgerte, wir könnten nie entscheiden, ob unsere Wahrheit wirklich Wahrheit sei. Wie tief ihn Kant tatsächlich erschüttert hat, ist in der Kleistforschung umstritten.

Gerät

Die Erkenntnis-Maschine

Stell dir vor, deine Sinne nehmen alles auf, aber nichts in dir ordnet es. Was hättest du dann?

Schalte die drei Teile einzeln an und aus. Finde drei Zustände: leer, blind und eine Szene.

Nichts kommt herein, und nichts wird gedacht.

Gefunden: leer blind Szene

Heinrich von Kleist war 1801 gerade „mit der neueren sogenannten Kantischen Philosophie bekannt“ geworden und griff zu genau so einem Bild:

„Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün – und nie würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzutut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört. So ist es mit dem Verstande.“

Kleist an Wilhelmine von Zenge, Berlin, 22. März 1801
Dein Urteil

Hier steht deine Antwort, sobald du gewählt hast.

Kant

„Ohne Sinnlichkeit würde uns kein Gegenstand gegeben und ohne Verstand keiner gedacht werden. Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“

Kritik der reinen Vernunft, A 51/B 75 (AA III 75)

Zur Sinnlichkeit gehören bei Kant die Empfindungen und ihre Formen Raum und Zeit, in der Maschine also zwei Schalter. Erst wenn Sinnlichkeit und Verstand zusammenwirken, entsteht ein Gegenstand, den man erkennen kann.

Gegenstimme: Locke

Für Empiristen wie John Locke bringt der Verstand keine eigenen Formen mit: Das Bewusstsein gleicht bei der Geburt einem weißen Blatt, auf das erst die Erfahrung schreibt.

Wikipedia: John Locke

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 75 · Kleist, Briefe 1801 (Projekt Gutenberg) · Wikipedia: Heinrich von Kleist · Wikipedia: John Locke

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 75 · Kleist, Briefe 1801 (Projekt Gutenberg) · Wikipedia: Heinrich von Kleist

Humes Billard

Eine Kugel stößt die andere an. Was genau siehst du dabei?

David Hume wählte ein Beispiel vom Billardtisch: Eine Kugel rollt auf eine andere zu, berührt sie, und die zweite setzt sich in Bewegung. Zu sehen ist nur, dass das eine auf das andere folgt; eine notwendige Verknüpfung, ein Bewirken, sieht man nirgends. Dass wir beim nächsten Stoß trotzdem sicher sind, erklärte Hume mit Gewohnheit.

Kant nahm den Einwand ernst, zog aber einen anderen Schluss. Gerade weil der Begriff der Ursache strenge Notwendigkeit verlangt, kann er nicht aus bloßer Wiederholung stammen. Er gehört zu den Kategorien, die der Verstand mitbringt, und gilt darum für alles, was wir überhaupt erfahren können. Welche Ursache welche Wirkung hat, lernen wir allerdings auch nach Kant nur aus Erfahrung.

Gerät

Humes Billard

Gesehen: 0-mal
Deine Gewohnheit, nach Hume
Gleich kommt der nächste Stoß. Wie sicher bist du, dass die gelbe Kugel wieder rollt?

 

Such die Ursache: Du findest nur Lagen nacheinander, nirgends ein eigenes Bild des Bewirkens.

Hume sieht genau das: Ein Ereignis folgt dem anderen, eine notwendige Verknüpfung sieht man nie. Dass wir trotzdem sicher erwarten, kommt aus Gewohnheit. Je öfter du den Stoß siehst, desto stärker wird die Erwartung, aber nicht ihre Begründung.

„Die Gewohnheit ist also die große Führerin des menschlichen Lebens.“

David Hume, Untersuchung über den menschlichen Verstand (1748), Abschnitt V, § 36, eigene Übersetzung

Kant gibt Hume recht, dass man Notwendigkeit nicht sehen kann. Aber er dreht den Schluss um: Weil der Begriff der Ursache strenge Notwendigkeit enthält, kann er nicht aus Wiederholung stammen. Er ist eine Kategorie, die der Verstand mitbringt, und gilt darum für alles, was wir erfahren können.

Dein Urteil

Hier steht deine Antwort, sobald du gewählt hast.

Kant

„… enthält selbst der Begriff einer Ursache so offenbar den Begriff einer Notwendigkeit der Verknüpfung mit einer Wirkung und einer strengen Allgemeinheit der Regel, dass er gänzlich verloren gehen würde …“

Kritik der reinen Vernunft, B 5 (AA III 29)

Sinngemäß weiter: Er ginge verloren, wollte man ihn wie Hume aus Gewohnheit ableiten.

Gegenstimme: Hume

Hume hatte schon vor Kant geschrieben, dass die Vernunft hier gar nichts entscheidet. Beim Billard fragt er:

„Kann ich mir nicht vorstellen, dass aus dieser Ursache ebenso gut hundert verschiedene Ereignisse folgen könnten?“

Hume, Untersuchung über den menschlichen Verstand, Abschnitt IV, § 25, eigene Übersetzung

Quellen: Hume, An Enquiry Concerning Human Understanding (Project Gutenberg) · Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 29 · Wikipedia: David Hume

Quellen: Hume, An Enquiry Concerning Human Understanding (1748), IV § 25, V § 36 · Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 29 · Wikipedia: David Hume

Erscheinung, Ding an sich — die Grenzen der Metaphysik

Der Preis der kopernikanischen Wende: Was die Dinge unabhängig von unserer Erkenntnis sind, bleibt für immer verborgen.

Was wir erkennen, ist die Welt als Erscheinung (Phänomenon) — geformt durch Raum, Zeit und Kategorien. Das Ding an sich (Noumenon) dagegen ist als Erkenntnisgegenstand leer: Rein aus dem Verstand, ohne Anschauung, gewinnen wir keinerlei Wissen. Der Begriff bleibt ein Grenzbegriff — er markiert, wovon wir sprechen können, ohne es je zu erkennen. Beide Vermögen sind aufeinander angewiesen, keines leistet allein Erkenntnis:

Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.

Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781/1787), A 51/B 75
Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer
Blick an die Grenze des Erkennbaren: Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ (um 1817) wurde zum Sinnbild der Epoche nach Kant.Bild: Caspar David Friedrich · Public domain · Wikimedia Commons

An dieser Grenze scheitert die alte Metaphysik — und zwar systematisch, wie die transzendentale Dialektik zeigt. Sobald die Vernunft die Erfahrungswelt verlässt, verstrickt sie sich in Scheinschlüsse: Aus dem „Ich denke“ macht sie eine unsterbliche Seelensubstanz (die Paralogismen); über die Welt als Ganzes beweist sie Gegensätzliches gleich überzeugend — etwa dass die Welt einen Anfang hat und keinen (die Antinomien, die Kant allerdings über die Unterscheidung von Erscheinung und Ding an sich auflöst); und die klassischen Gottesbeweise zerlegt Kant Stück für Stück, denn Existenz ist kein Merkmal, das sich aus einem bloßen Begriff herausklauben ließe.

Sind Gott, Freiheit und Unsterblichkeit damit erledigt? Nein — sie sind nur kein möglicher Gegenstand des Wissens. Als regulative Ideen behalten sie ihr Recht: Sie leiten das Forschen und Handeln, als Richtpunkte am Horizont. Gerade weil das Wissen hier endet, bleibt Raum für Hoffnung und Moral — der Faden, den Kants Ethik aufnimmt.

Quelle: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft (transzendentale Dialektik, regulative Ideen)

Das Gericht der Antinomien

Hat die Welt einen Anfang? Kant lässt beide Antworten gegeneinander antreten.

In der transzendentalen Dialektik stellt Kant vier Widerstreite auf, in denen die Vernunft für eine Behauptung und für ihr Gegenteil gleich gute Beweise zu haben scheint. Der erste betrifft Anfang und Grenzen der Welt. Die Thesis sagt: Die Welt hat einen Anfang in der Zeit. Die Antithesis sagt: Sie hat keinen. Beide Beweise schreibt Kant selbst auf, Seite an Seite.

Seine Auflösung: Beide Parteien setzen stillschweigend voraus, die Welt als Ganzes sei ein fertig gegebenes Ding an sich. Die Welt, die wir erfahren, ist aber Erscheinung und nie als abgeschlossenes Ganzes gegeben; darum ist sie weder als endliches noch als unendliches Ganzes da. Dass sich die Vernunft hier selbst widerspricht, zeigt für Kant, dass sie die Grenze möglicher Erfahrung überschritten hat.

Gerät

Gericht der Antinomien

Streitfrage: Hat die Welt einen Anfang in der Zeit?

Waage: wie sehr dich jede Seite überzeugt

Beweise vereinfacht nach Kant

Thesis

„Die Welt hat einen Anfang in der Zeit und ist dem Raume nach auch in Grenzen eingeschlossen.“

B 454 (AA III 294)
  1. Angenommen, die Welt hätte keinen Anfang. Dann wäre bis heute schon eine Ewigkeit vergangen: eine unendliche Reihe von Zuständen, einer nach dem anderen.
  2. Eine unendliche Reihe kann man aber Schritt für Schritt nie zu Ende bringen. Genau das heißt „unendlich“.
  3. Bis heute ist die Reihe aber abgelaufen. Also war sie nicht unendlich: Die Welt muss einen Anfang haben.
Überzeugt dich dieser Beweis?

Antithesis

„Die Welt hat keinen Anfang und keine Grenzen im Raume, sondern ist sowohl in Ansehung der Zeit als des Raums unendlich.“

B 455 (AA III 295)
  1. Angenommen, die Welt hätte einen Anfang. Dann ging ihm eine Zeit voraus, in der die Welt nicht war: eine leere Zeit.
  2. In einer leeren Zeit unterscheidet sich aber kein Augenblick vom anderen. Nichts darin könnte bewirken, dass gerade jetzt etwas entsteht und nicht früher.
  3. Also kann in der Welt manches anfangen, die Welt selbst aber nicht: Sie hat keinen Anfang.
Überzeugt dich dieser Beweis?

Beide Beweise hat Kant selbst aufgeschrieben, Seite an Seite. Jeder widerlegt die Gegenseite, und jeder scheint zu halten. Wie kann das sein?

Wie entscheidet Kant den Streit?

Kants Antwort: Beide verlieren: Sie behandeln die Welt als Ganzes wie ein fertig gegebenes Ding an sich. Als Erscheinung ist sie aber nie als Ganzes gegeben. So löst Kant den Widerstreit: Die Welt existiert „weder als ein an sich unendliches, noch als ein an sich endliches Ganzes“ (AA III 347).

Dein Urteil

Hier steht deine Antwort, sobald du gewählt hast.

Kant

„Wenn man die zwei Sätze: die Welt ist der Größe nach unendlich, die Welt ist ihrer Größe nach endlich, als einander kontradiktorisch entgegengesetzte ansieht, so nimmt man an, dass die Welt (die ganze Reihe der Erscheinungen) ein Ding an sich selbst sei.“

Kritik der reinen Vernunft, B 532 (AA III 346)

Gerät die Vernunft so mit sich selbst in Streit, ist das für Kant ein Zeichen, dass sie die Grenze möglicher Erfahrung überschritten hat.

Gegenstimme: Schopenhauer

Für Arthur Schopenhauer war die ganze Antinomie „eine bloße Spiegelfechterei, ein Scheinkampf“: Die Beweise der Thesis seien Trugschlüsse, nur die Antithesis folge zwingend aus den Gesetzen der Erscheinungswelt. Dann wäre die Waage nie im Gleichgewicht gewesen.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, Bd. 1, Anhang: Kritik der Kantischen Philosophie (zeno.org)

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 294 f. · AA III 346 f. · Wikipedia: Antinomie · Schopenhauer, Kritik der Kantischen Philosophie (zeno.org) · Wikipedia (auf Englisch): Critique of the Kantian Philosophy

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 294 f. · AA III 346 f. · Wikipedia: Antinomie

Akte: Die hundert Taler

Kann man aus einem bloßen Begriff beweisen, dass es etwas gibt?

Der ontologische Gottesbeweis will aus dem bloßen Begriff Gottes folgern, dass Gott existiert. Anselm von Canterbury baute ihn auf „das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann“, René Descartes auf das vollkommenste Wesen, dem das Dasein nicht fehlen könne. Den Namen „ontologisch“ gab dem Beweis erst Kant.

Kants Einwand lautet: „Sein“ ist kein Merkmal, das zu einem Begriff hinzukommt, es setzt nur den Gegenstand mit allen seinen Merkmalen. Sein Beispiel sind hundert Taler. Gedachte und wirkliche Taler haben denselben Begriff; anders ist nur, was man danach in der Kasse hat.

Gerichtshof der VernunftAkte 1
Akte

Die hundert Taler

Der ontologische Gottesbeweis

Spielform: Die Akte ist ausgedacht, das Argument ist echt (nach Descartes, stark vereinfacht).

Lies das Argument. Überzeugt es dich?

Markiere die Zeile, an der Kant einhakt.

Welchen Einwand erhebt Kant?

Kants Antwort: 2. Hier hakt Kant ein: Diese Zeile behandelt „Dasein“ wie eine Eigenschaft, die man einem Begriff hinzufügen kann. Sein ist kein reales Prädikat: „ist“ fügt dem Begriff nichts hinzu, es setzt nur den Gegenstand mit allen seinen Merkmalen.

Hundert gedachte Taler

Im Begriff
100
In deiner Kasse
0

Hundert wirkliche Taler

Im Begriff
100
In deiner Kasse
100

Der Begriff ist beide Male derselbe: hundert Taler. Was sich ändert, ist nicht der Begriff, sondern deine Lage.

Dein Urteil

Hier steht deine Antwort, sobald du gewählt hast.

Kant

„Sein ist offenbar kein reales Prädikat, d. i. ein Begriff von irgend etwas, was zu dem Begriffe eines Dinges hinzukommen könne. […] Hundert wirkliche Taler enthalten nicht das Mindeste mehr, als hundert mögliche.“

Kritik der reinen Vernunft, B 626 f. (AA III 401)

Und doch, so Kant weiter: „in meinem Vermögenszustande ist mehr bei hundert wirklichen Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben“.

Gegenstimme: Hegel

Georg Wilhelm Friedrich Hegel hielt das Taler-Beispiel für schief: Hundert Taler sind ein endliches, zufälliges Ding, Gott wäre dagegen kein Ding unter vielen, sondern das notwendige Ganze. Neuere Fassungen des Arguments (Norman Malcolm, Alvin Plantinga) arbeiten mit Modallogik; ob Kants Einwand sie trifft, ist umstritten.

Wikipedia (auf Englisch): Ontological argument

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 401 · Wikipedia: Gottesbeweis (ontologischer Gottesbeweis) · Wikipedia (auf Englisch): Ontological argument

DenkzettelHundert Taler

Hundert wirkliche Taler enthalten nicht das Mindeste mehr, als hundert mögliche.

Fundstelle: Kritik der reinen Vernunft (B 627), AA III 401 · Im Original nachlesen

Kant richtet das gegen den ontologischen Gottesbeweis: „Sein“ fügt einem Begriff keine Eigenschaft hinzu. Im Geldbeutel ist der Unterschied trotzdem deutlich, wie er gleich danach selbst bemerkt.

Neu in deinem Logbuch · Zur Sammlung

Quellen: Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III 401 · Wikipedia: Gottesbeweis

Ein Davor und ein Danach

Kaum ein Buch hat die Philosophie so verändert wie die Kritik der reinen Vernunft.

Zunächst blieb es still um das schwierige Werk. Doch über die „Prolegomena“ (1783), Reinholds „Briefe über die Kantische Philosophie“ (1786/87) und die zweite Auflage von 1787 wurde Kant zum führenden und meistdiskutierten Philosophen seiner Zeit. Moses Mendelssohn nannte ihn den „alles zermalmenden“ Kant — wegen seiner Kritik an der überlieferten Metaphysik, zu der auch die Gottesbeweise gehören; die katholische Kirche setzte das Buch 1827 auf den Index der verbotenen Bücher. Zugleich wurde es zur Gründungsschrift des deutschen Idealismus von Fichte, Schelling und Hegel und später zum Bezugspunkt des Neukantianismus.

DenkzettelGrüne Gläser

Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün …

Fundstelle: Heinrich von Kleist an Wilhelmine von Zenge, Berlin, 22. März 1801 · Quelle

Kleist war, wie er schreibt, „mit der neueren sogenannten Kantischen Philosophie bekannt“ geworden und schloss daraus, dass keine Wahrheit sicher sei. Der Gedanke habe ihn „so tief, so schmerzhaft“ erschüttert. Wie weit Kant wirklich der Auslöser seiner Krise war, ist in der Kleistforschung umstritten; der Begriff „Kant-Krise“ gilt dort als fragwürdig.

Was das Bild verschweigt: Kleists Gläser sitzen „statt der Augen“: Man kann sie so wenig abnehmen wie Kants Formen der Anschauung und Begriffe des Verstandes. Der Unterschied liegt im Schluss: Für Kant ist unsere Erkenntnis der Erscheinungen wirklich wahr; sie reicht nur nicht an die Dinge, wie sie an sich sind.

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Quellen: Wikipedia: Kritik der reinen Vernunft (Bedeutung und Rezeption) · Wikipedia: Immanuel Kant · Mendelssohn, Morgenstunden (1785), Vorbericht

Weiter geht es mit der zweiten Frage — „Was soll ich tun?“ — im Kapitel III · Ethik.