Kant hat Ostpreußen nie verlassen, doch sein Jahrhundert war in Bewegung: Kriege, Revolutionen, Aufklärung. Filtere die Zeitleiste nach Leben, Werken und Weltgeschehen.
1724
Geburt in Königsberg. Immanuel Kant kommt am 22. April als viertes Kind des Sattlermeisters Johann Georg Kant zur Welt.
1732
Collegium Fridericianum. Eintritt in die pietistisch geprägte Lateinschule — Drill und Frömmigkeit, die Kant später kritisch sah.
1740
Studium an der Albertina. Mit 16 beginnt Kant sein Studium an der Universität Königsberg (Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaften).
1740
Friedrich II. wird König. In Preußen beginnt die Regierungszeit Friedrichs des Großen — das politische Klima der Aufklärung.
1755
Magister & Privatdozent. Promotion und Habilitation; als Privatdozent lebt Kant fünfzehn Jahre lang von Hörergeldern (ab 1766 zusätzlich mit kleinem Bibliotheksgehalt).
1755
Allgemeine Naturgeschichte. Frühe Schrift zur Kosmologie: Entstehung des Planetensystems aus einem Urnebel (Kant-Laplace-Theorie).
1756–63
Siebenjähriger Krieg. Königsberg steht 1758–1762 unter russischer Besatzung — Kant lehrt weiter und hält u. a. Vorlesungen für russische Offiziere.
1770
Professur. Nach abgelehnten Rufen anderswo endlich: ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik in Königsberg.
1776
Amerikanische Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeitserklärung beruft sich auf Naturrecht und unveräußerliche Rechte — Ideen der Aufklärung.
1781
Kritik der reinen Vernunft. Nach dem „stillen Jahrzehnt“ erscheint das epochale Hauptwerk — zunächst kaum verstanden.
1784
Was ist Aufklärung?. Der Aufsatz mit dem Wahlspruch „Sapere aude!“ erscheint in der Berlinischen Monatsschrift.
1785
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Der kategorische Imperativ wird formuliert — Kants ethisches Fundament.
1788
Kritik der praktischen Vernunft. Die zweite Kritik: Freiheit, Sittengesetz und die berühmten „zwei Dinge“ des Beschlusses.
1789
Französische Revolution. Kant verfolgt die Revolution mit lebhafter Anteilnahme — für Zeitgenossen ein Gesprächsthema seiner Tischrunden.
1790
Kritik der Urteilskraft. Die dritte Kritik verbindet das Schöne, das Erhabene und die Zweckmäßigkeit der Natur.
1794
Konflikt mit der Zensur. Wegen seiner Religionsschrift rügt Friedrich Wilhelm II. Kant in einem Reskript vom 1. Oktober 1794; Kant sagt zu, sich öffentlich nicht mehr zur Religion zu äußern — solange der König lebt.
1795
Zum ewigen Frieden. Die Friedensschrift: republikanische Verfassungen, Föderalismus freier Staaten, Weltbürgerrecht.
1797
Die Metaphysik der Sitten. Rechtslehre und Tugendlehre — Kants ausgearbeitete Moral- und Rechtsphilosophie.
1798
Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Aus den beliebtesten Vorlesungen: Was ist der Mensch — als frei handelndes Weltwesen?
1804
Tod in Königsberg. Kant stirbt am 12. Februar. Seine letzten Worte laut Überlieferung: „Es ist gut.“
1946
Königsberg wird Kaliningrad. Nach dem Zweiten Weltkrieg fällt die Stadt an die Sowjetunion; Kants Grab am Dom bleibt erhalten.
2024
300. Geburtstag. Weltweite Jubiläumsjahre, Tagungen und Ausstellungen zum 300. Geburtstag.
Fundstelle: Erstausgabe, Riga 1781 (Auflage A) · Quelle
Die Kritik der reinen Vernunft erschien 1781 bei Johann Friedrich Hartknoch in Riga, auf dem Titelblatt noch als „Critik“. Die stark überarbeitete zweite Auflage (B) folgte 1787; Zitate nennen deshalb oft A- und B-Seiten.